Erfolg im Hundesport

Nachwuchs-Stars an den Start


Sie sind Deutsche Meister, Landesgruppensieger, haben Titel und Pokale in verschiedenen Spezialdisziplinen: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind aktiv im Hundesport und haben Spaß an der Arbeit mit ihrem Vierbeiner. Was auf Veranstaltungen so locker und leicht aussieht, setzt ein konzentriertes, regelmäßiges Training voraus!

So wie bei Nadine Nießen: Die 14-jährige Schülerin aus Herzogenrath (Kreis Aachen) steht viermal pro Woche auf dem Übungsplatz in ihrer Ortsgruppe. Vor fünf Jahren hat sie angefangen, Schäferhunde auf Schauen zu führen. Schon nach kurzer Zeit kam der Leistungsbereich dazu – also Unterordnung, Fährte und Schutzdienst. „Die Arbeit mit den Hunden ist ein zeitintensives, aber ein super schönes Hobby. Das Wichtigste für mich: Der Teamgeist – das gemeinsame Erlebnis!“

Seit kurzem hat Nadine ihre erste, eigene Hündin; Germany ist sechs Monate alt und entdeckt gerade die Welt: „Ich fange ganz langsam mit ihrer Ausbildung an; wir üben gerade Sitz und Fuß – alles ausschließlich spielerisch mit viel positiver Bestätigung.“ Als Hilfsmittel dienen ein Ball oder die Beißwurst aus Jute, auf beide Belohnungen ist die Hundedame ganz wild. Mit 18 Monaten soll Germany die Begleithundprüfung ablegen, danach wird an der sportlichen Karriere gearbeitet.

Danny Würzebesser (16) ist da schon etwas weiter: Der Kölner hat mit seinem Schäferhund-Rüden Andor bereits viel erreicht – war dreimal Landesmeister, hat an Bundessiegerprüfungen und Deutschen Meisterschaften teilgenommen. Sein Schwerpunkt liegt im Leistungsbereich. Eines seiner Erfolgsgeheimnisse: Er kann seinen tierischen Partner immer wieder so motivieren, dass er mit voller Konzentration an jede Übung herangeht!

Anna Cholewa (19) aus Pulheim (Erftkreis) hat sich für den Fitness-Sport Agility entschieden. Ihre Teampartnerin ist die kleine, agile Hundedame Ronja. Der Australian Sheperd ist wie geschaffen für den schnellen Sport: „Er ist unermüdlich, intelligent und hat riesigen Spaß an Aktionen, die ihn immer wieder vor neue Aufgaben stellen.“ Damit keine Langeweile aufkommt, baut Anna in jeden Spaziergang andere Erlebnisse ein – da wird der umgekippte Baumstamm zum Laufsteg, die Wurzel zur Hürde, die übersprungen werden muss. „Kleinigkeiten, aber sie motivieren Ronja und bereiten die anschließende Arbeit auf dem Trainingsplatz optimal vor.“ Künftig will das gemischte Doppel professioneller in den Sport einsteigen – an Turnieren und Ausscheidungen teilnehmen.

So wie Anna kommen viele Kinder und Jugendliche zum Hundesport: Zuerst können sie die Begleithundprüfung absolvieren, spätestens dann sollten sie nach einer sinnvollen Beschäftigung für Vier- und Zweibeiner sucht. Der Sportbereich bietet viele Möglichkeiten – von Agility, über Turnierhundsport, Obedience oder Funsportarten wie Flyball und Frisbee-Wettkämpfe. Anfänger finden Trainings unter professioneller Anleitung meist in einer der zahlreichen Ortsgruppen der einzelnen Hundeverbände. Auf den über 5.000 Übungsplätzen bundesweit werden regelmäßig Kurse und Seminare angeboten. Dort können Herrchen oder Frauchen mit ihrem Hund in Gruppen oder einzeln arbeiten – gegenseitige Hilfestellung durch die übrigen Vereinmitglieder ist selbstverständlich.

Fast schon ein Voll-Profi ist Patrizia Aschke aus Frechen, bei Köln: Die elfjährige favorisiert Schäferhunde und tritt vor allem auf Schauen an. Eine ganze Staffel von Pokalen ziert inzwischen ihr Zimmer. „Wir finden es super, dass sich unsere Tochter so für den Hundesport begeistert“, erklärt Claudia Aschke. Die erfolgreiche Trainerin hat Patrizia schon im Alter von einem Jahr mit zu allen Veranstaltungen genommen. „So hat sie sehr schnell den richtigen Zugang zu den Hunden gefunden und Heute ein Hobby, mit dem sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten kann.“

Hundesport ist vielseitig und attraktiv. „Kinder können starten, sobald sie ihren Vierbeiner korrekt führen, alle Grundlagen der wichtigsten Gehorsamsübungen beherrschen“, erklärt Claudia Aschke. Worauf geachtet werden muss: Weder Hund noch Kind dürfen sich zu viel zumuten. „Keiner aus dem gemischten Team soll sich überfordern; Kinder haben dann schnell keine Lust mehr, vor allem jungen Hunde können sogar gesundheitliche Schäden davon tragen – an Gelenken beispielsweise. Hier sind eine ausgewogene Ernährung und eventuell die Verabreichung von Nahrungsergänzungsstoffen ganz wichtig.“ Professionelle Unterstützung beim Training ist also sinnvoll, dann werden aus Hobby-Sportlern schnell erfolgreiche Dream-Teams!
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