Hundetrainer – Traumjob und Herausforderung
Benimm-Kurse für Hunde – das ist eines ihrer Angebote. Gabi Heck aus Merzenich bei Düren ist Kynopädagogin. Sie erzieht und trainiert Vierbeiner – vom Welpen bis zum alten Hund. Ihr Spezialgebiet: Problemhunde!
Wer nach einer Stunde bei ihr den Hundeplatz verlässt, der weiß, wie er sich ab sofort vorbildlich zu präsentieren hat. Seit über 15 Jahren ist Gabi Heck in Sachen Vierbeiner unterwegs: „Schon als Kind gab es für mich nur Hunde. So war es dann später auch nur logisch, mein Hobby zum Beruf zu machen!“
Seit über zehn Jahren betreibt die Hundeausbilderin nun zusammen mit ihrem Mann eine eigene Hundeschule. „Kynos kommt aus dem Griechischen und bedeutet Hund“, erklärt Gabi Heck. Der Kynopädagoge beschäftigt sich also mit der Erziehung des Vierbeiners. Und das ist nicht immer einfach: „Die meisten Hundehalter machen Fehler, weil sie ihren tierischen Partner nicht wirklich verstehen – ihn vermenschlichen, sein Verhalten falsch interpretieren. Folge: Immer öfter stehen sogenannte ‚Problemfälle’ bei Gabi Heck auf dem Platz. „Das sind meist wesensfeste Tiere, die aber gelernt haben, dass nicht ihr Herrchen, sondern sie der Chef im Ring sind.“ Folge: Aggressives Verhalten anderen Tieren oder Menschen gegenüber. „Das bedeutet jede Menge Stress für den Halter – manchmal kann er sich seinem eigenen Tier gar nicht mehr nähern.“ Viele Betroffenen gehen nur noch nachts mit ihrem Hund auf die Straße, um alle unangenehmen Situationen zu vermeiden. Der Hundehalter entwickelt immer mehr Ängste, wird zunehmend inkonsequenter - verzweifelt. Letzte Rettung: Gabi Heck!
Angst und Grenzen überwinden
Der Beruf des Hundetrainers ist extrem anspruchsvoll. Der angehende Pädagoge muss viele Grundvoraussetzungen mitbringen. Ganz wichtig. Geduld: „Auch wer von sich selbst meint, ein ausgeglichener Mensch zu sein, wird an seine Grenzen stoßen“, so Gabi Heck. Zudem muss der künftige Ausbilder in der Lage sein, Angst zu überwinden – vor allem dann, wenn er mit Problemhunden konfrontiert wird. „Jeder Hundetrainer wird im Laufe seines beruflichen Lebens sicher mehr als einmal gebissen.“ Und schließlich ist ein gutes Gespür gefragt: „Der Hund merkt schnell, ob sein Trainer fit ist oder Schwächen zeigt – dann wird er ihn herausfordern, sich immer dominanter zeigen.“Nicht zuletzt muss ein Trainer konsequent und diszipliniert sein. Denn gerade diese Fähigkeiten sind es, die er Hundehaltern vermitteln will.
„Mit dem richtigen Konzept kann man jeden Hund erziehen“
Die Ausbildung zum Kynopädagogen dauert etwa drei Jahre – je nachdem, in welchem Zeitraum die erforderlichen Prüfungen absolviert werden. Der erste Teil der Ausbildung findet in einer Hundeschule statt. Hier wird dem angehenden Pädagogen das Erziehungskonzept vermittelt.
„Hat er es verstanden und verinnerlicht, wird er in der Lage sein, fast jeden Hund zu erziehen“, ist sich Gabi Heck sicher.Hundeausbildung bedeutet aber nicht nur, den Vierbeiner anzuleiten oder gegebenenfalls zu korrigieren, vielmehr muss sein komplettes Umfeld in Einklang gebracht werden. Abgesehen vom Halter selbst müssen sich auch der Ehepartner und die Kinder dem tierischen Familienmitglied gegenüber konsequent verhalten. Nur dann ist es möglich, die erforderliche Harmonie herzustellen – und ein problemloses Zusammenleben zu genießen.
Der kompetente Trainer
Den richtigen Trainer zu finden – das ist nicht leicht: „Gerade in der Familienhundausbildung ist es für den Halter schwer zu erkennen, ob ein Trainer kompetent ist“, so Gabi Heck. „Jede Hundeschule arbeitet anders, dazu kommen Angebote von Vereinen oder Tierpsychologen. Jeder hat sein eigenes System. Für den Laien ist es daher kaum möglich, Qualifikationen zu beurteilen.“ Ein Tipp von der Expertin: Eine Probestunde vereinbaren, mehrere Angebote vergleichen, Erkundigungen bei anderen Hundehaltern einholen. „Einen bundesweiten Verband, der kompetente Hilfestellung leisten kann, gibt es bislang leider nicht!“Kein anerkannter Ausbildungsberuf
Grund: Es gibt im Hundewesen keine einheitlichen Richtlinien. Es wird unterschieden zwischen einzelnen Schwerpunkten – also beispielsweise einer eher sportlichen Ausbildung, einen familien-gerechten oder auch jagdlichen. Kynopädagoge ist also ein Ausbildungsberuf, aber eben kein anerkannter. „Es ist wünschenswert, einheitliche Ziele zu formulieren, eine Zertifizierung wird angestrebt“, so Trainerin Gabi Heck. Sie selbst arbeitet aktiv an verschiedenen Entwürfen mit – um künftig ein qualifiziertes Training sicherzustellen!











