Fotostory: Bello beim Zähne putzen - Wie wichtig ist Zahnpflege bei Hunden?

 

Zahnpflege von Anfang an



„Oh, das stinkt!“, stöhnt Oliver Fuchs und verzieht das Gesicht. Eben noch tätschelte der junge Mann seiner kleinen Pudelhündin Fenja liebevoll den Kopf. Jetzt hält er einen gebührenden Sicherheitsabstand. Fenja hat schlechte Zähne.
Wenn der Hund unerträglich aus dem Maul zu riechen beginnt, ist es meist schon zu spät, dann liegt eine Zahnfleischentzündung oder Schlimmeres vor. Bakterien, die sich zwischen Plaque und Zahnzwischenräumen und in den Zahntaschen sehr wohl fühlen, verursachen diese eitrigen, stinkenden und oft chronischen Entzündungen. „Das Problem ist“, erklärt die Kölner Tierärztin Natascha Albrecht, „die Bakterien wandern durch den ganzen Körper, es entstehen dicke Eiterbeutel unter dem Auge und vor allem können die Bakterien das Herz angreifen.“

Deshalb gilt von Anfang an: Zahnpflege ist auch bei Hunden wichtig. „Es beginnt im Alter von drei Monaten mit dem Zahnwechsel“, erläutert die Tierärztin.“ Hundebesitzer sollten darauf achten, dass er reibungslos vonstatten geht, vielleicht mit einer Zahnfleischmassage nachhelfen.“ Denn wenn der nachwachsende Zahn nicht rechtzeitig seinen Platz erhält, wächst er schief in den Oberkiefer hinein. Das verursacht Schmerzen. Sind die neuen Zähne aber erst einmal da, sind sie zunächst kräftig, weiß und gesund. „Ich rate jedem Hundebesitzer schon sein Welpen an Zahnpflege zu gewöhnen.“ Auch die Tierärztin weiß natürlich. an sein Maul lässt ein Hund niemanden gerne ran. „Der Fachhandel bietet Zahnbürsten aller Art, auch welche zum über den Finger ziehen“, führt Natascha Albrecht weiter aus. Dazu kommen spezielle Zahnpasten, auch mit Hühnchengeschmack, oder enzymatische Kaustreifen. „Klar, habe ich auch versucht, ihr die Zähne zu reinigen“, sagt Oliver Fuchs. Aber Fenja ließ selbst ihr Herrchen nicht an ihre Zähne heran.

Besonders Zwergrassen sind betroffen



„Es sind vor allem die kleinen Rassen bis zu fünf, sechs Kilo, die unter schlechten Zähnen leiden“, berichtet Tierärztin Natascha Albrecht. In meiner Praxis habe ich vor allem immer Yorkshire-Terriers, denen letztlich die Zähne ausfallen.“ Große Hunde jedoch haben selbst nach Jahren selten Probleme mit dem Gebiss. Das hat einen einfachen Grund: Alle Hunde stammen vom Wolf ab. Die Urahnen der Hunde haben ein perfekt aufeinander abgestimmtes Raubtiergebiss. Ihre Zähne stehen weit genug auseinander, so dass Nahrungsreste nicht so leicht hängen bleiben. Zudem legen Wölfe lange Strecken zurück. Während des schnellen Laufens, waschen, bzw. reiben Lefze und Zunge die Zähne zusätzlich ab. Auch große Hunde sind meist bewegungsfreudig. Sie haben die Proportionen des vorteilhaften Raubtiergebiss geerbt. Bei kleinwüchsigen Hunden dagegen, sind die Zähne im Vergleich zum Kiefer überproportional groß. In den engen Nischen bleiben Nahrungsreste leichter hängen. Zudem bewegen sich kleine Rasse nicht so häufig und ausdauernd. „Ich sage den Leuten, füttert doch nicht immer den Schinken vom Tisch“, schimpft die Tierärztin. Weiches Futter, die falschen Leckerbissen fördern Zahnbelag noch. Leider neigen gerade Besitzer von Kleintierrassen dazu, ihre Liebling zu verwöhnen, so die Erfahrung der Tierärztin. „Füttern Sie Trockenfutter mit Bruchkanten, um die mechanische Abreibung zu fördern“, rät Natascha Albrecht.

Zahnsteinentfernung per Ultraschall



„Irgendwann muss ich dann den Besitzern sagen, so dieses Jahr kommen Sie um eine Zahnsteinbehandlung wirklich nicht herum“, erzählt Tierärztin Natascha Albrecht. Denn ist er erst mal da, fühlen sich die Bakterien unter dem Belag besonders wohl. Deshalb sollte er regelmäßig entfernt werden. „Das geschieht unter Narkose, mit Hilfe von Ultraschallwellen wird der Zahnstein dann entfernt.

„Bei Zwergrassen hilft manchmal die sorgfältigste Prophylaxe nicht“, räumt Natascha Albrecht ein. Die Zähne fallen schließlich auch. „Aber die Hunde haben damit überhaupt kein Problem,“ versichert sie. Ein Eckzahn bricht eh oft ab. „Manchmal sieht man einem Yorkshire sofort an, dass der Eckzahn fehlt, wenn die Zunge so raushängt. Eckzähne sind nämlich die „Zungenhalter““, erklärt die Expertin.
Es gibt Hundezähnärzte, die versuchen Zähne lange zu erhalten.

Plombierungen sind also auch bei Hunden möglich. „Also, ein kranker Zahn muss raus, bevor er Schlimmeres anrichtet“, das ist Natascha Albrechts Meinung. Dass Plomben bei Hunden nicht unbedingt lange halten, hat sie selbst erlebt. „Ich hatte mal einen Dackel, dessen Zahn wurde behandelt. Nach vier Monaten stank er wieder wie Teufel und der Zahn wurde gezogen, da hat sich die Ausgabe überhaupt nicht gelohnt“, resümiert die Ärztin. „Und wie gesagt, fehlende Zähne machen einem Hund nichts aus.“ Was allerdings trotzdem kein Grund ist, auf die Zahnpflege zu verzichten.

Text und Bild: Uta Over  lieblingtier-Redaktion
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