Fotostory: Eusenia foetida – die unglaubliche Recyclingmaschine
Eusenia foetida ist nämlich ein spezieller Wurm, der dafür gezüchtet wird, tierischen Mist und organische Abfälle aus dem Haushalt und dem Garten zu kompostieren. Nicht nur Pferdehalter und Kleingärtner, sondern auch große Gartenbaubetriebe „fahren ab“ auf Eusenia foedita oder Tennessee Whiggler, wie man sie auch nennt.Man bekommt sie in speziellen „Wurmfarmen“, wo sie gezüchtet werden, wobei „gezüchtet“ ein wenig hochgestochen ist, denn bei guter Fütterung vermehren sie sich rapide, so dass man selbst mit einer einzigen Lieferung ausgesorgt hat, wenn man sie ordentlich hält.
Und das bedeutet: Immer genügend Futter, denn sonst wandern sie ab und suchen sich ein anderes nahrhafteres Quartier. Bietet man ihnen aber
beispielsweise frischen Pferdemist an, Gemüse- und Gartenabfälle, Kaffeesatz, ja sogar feuchtes Zeitungspapier, bleiben sie standorttreu und wandeln alles in erstklassigen Humus um. Es ist ganz einfach: Auf dem Boden steckt man an einer schattigen Stelle etwa einen Quadratmeter ab. Wichtig ist, dass die Würmer Bodenkontakt haben, auf einem Stück Asphalt oder einer Betonplatte funktioniert das System nicht. Auf diesen Quadratmeter legt man nach und nach eine etwa 30 cm hohe Schicht. Jetzt kann man die Würmer bestellen, die in einem verschlossenen Eimer geliefert werden, in dem auch noch Futter für die ersten Eingewöhnungstage enthalten ist.
Der Eimer wird auf die vorbereitete Stelle ausgeleert – und dann kann man zuschauen, wie schnell die kleinen roten Würmer in dem aufgeschichteten Material verschwinden. Ab jetzt bekommt man sie nur noch zu sehen, wenn man die obere Schicht vorsichtig abhebt: Bei guter Pflege sieht man dann ein Gewimmel von roten Würmern,

Bis zu 1,5 Meter hoch kann man die Miete aufschichten, die immer wieder zusammensinkt, denn der Humus, den die kleinen Würmchen produzieren, ist dichter und schwerer als das „Ausgangsmaterial“. Ist die Miete etwa 1 – 1,5 m hoch, deckt man sie etwas Stroh oder einer dichteren Schicht Rasenschnitt ab und beginnt nebenan eine neue Miete, indem man den Abfall jetzt einfach hier aufschichten.
Sofort stürzt sich ein Teil der Würmer auf das neue Futter und produziert Humus. Aber sie lassen nichts umkommen – auch die alte Miete wird vollkommen umgewandelt.
Jetzt kann man den Humus zur Verbesserung des Gartenbodens oder als Dünger nehmen. Und wenn die Stelle leer und die neue Miete wieder hoch geworden ist, kann man auch die neue Stelle wieder belegen. So wechselt man von einer zur anderen Stelle.
Im Winter verschwinden die kleinen Maschinchen im Boden, der unter der Miete nicht so schnell gefriert. Sobald es wärmer wird, kommen sie wieder an ihre Futterstelle und beginnen mit ihrer Arbeit.

Und das Schöne daran ist: Von Jahr zu Jahr werden es mehr – und mancher Gartennachbar freut sich über „einen Eimer Würmer.“
Um ihn zu überzeugen sollte man ihn übrigens einmal an einer Handvoll frischem Humus riechen lassen: So gut riecht kein Dünger, er Humus riecht frisch und angenehm wie Brot.
© Text + Fotos: Uta Over












