+ Tierische Wundernase – Können Hunde Krebs erschnüffeln? +
• Erstmalig hatte die medizinische Fachzeitschrift "The Lancet" im April 1989 von einem Hund berichtet, der ständig intensiv an einer bestimmten Stelle des Beines seines Frauchens schnupperte: Nach einer Krebsuntersuchung wurde bei ihr genau dort ein Hautkrebs-Melanom im Frühstadium diagnostiziert.
• 2004 teilten britische Forscher mit, Hunde so trainiert zu haben, dass sie Blasenkrebs in Urinproben erschnuppern könnten: Anhand der Urinproben von 27 Krebspatienten und 54 anderen Probanden habe man den Hunden beigebracht, aus jeweils sieben Proben die des Blasenkrebspatienten zu erkennen. Nach Angaben der Forscher hätten die Hunde in 41 Prozent der Fälle die richtige „Diagnose“ gestellt.
Doch was genau befähigt Hunde zu diesen einzigartigen Riechleistungen?
„Hunde verblüffen gerade im Bereich der chemischen Kommunikation immer wieder. Dass sie krebskranke Patienten ‚finden’, liegt an ihrer Fähigkeit, die Stoffwechselprozesse gesunder von denen krebskranker Menschen geruchlich zu unterscheiden“, erklärt Dr. Dorit Urd Feddersen-Petersen, Fachtierärztin für Verhaltenskunde und Tierschutzkunde am Zoologischen Institut an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
In weiteren Untersuchungen wollen Wissenschaftler nun herausfinden, was genau die vierbeinigen Wundernasen im Atem krebskranker Patienten riechen bzw. was den vermuteten Geruchsunterschied zwischen Krebszellen und gesunden Zellen ausmacht. Diese Erkenntnisse könnten die Entwicklung einer „elektronischen Spürnase“ enorm vorantreiben – möglicherweise ein bedeutender Schritt zur besseren Früherkennung von Krebserkrankungen.
(Fotos: Pixelquelle.de)














