Ratgeber Aquarium: Pflanzen

Pflanzen im Aquarium

Unterwasserpflanzen haben nicht nur dekorative Aufgaben: Zusammen mit den Bakterien im Bodengrund und Filter bilden sie ein leistungsfähiges Reinigungssystem!

Je besser Pflanzen gedeihen, um so mehr tragen sie zur biologischen Wasserreinigung bei: Sie nehmen Ammonium, Nitrat und Phosphat auf und entgiften damit das Wasser – gleichzeitig werden unerwünschten Algen die Nährstoffe entzogen. Die richtige Düngung hilft, das Wachstum optimal zu fördern; Aquarienpflanzen, die ihre Nährstoffe über die Wurzeln aufnehmen, werden mit Düngetabletten umfassend und zielgerichtet versorgt.

Alle Aquarienpflanzen benötigen für eine gesunde Entwicklung Makroelemente wie Stickstoff, Schwefel und Kalium sowie Mikro- oder Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Zink, Bor und Molybdän. Hochwertige Düngepräparate bieten einen perfekten Nährstoff-Cocktail aus all diesen Substanzen.

Stängelpflanzen haben besondere Eigenschaften: Sie wachsen sehr schnell und haben eine hohe Stoffwechselaktivität. Ihre Nährstoffe nehmen sie über ihre Blätter auf – brauchen daher einen Flüssigdünger. Um eine Überdüngung oder aber Unterversorgung zu vermeiden, sollte einmal wöchentlich ein Eisentest durchgeführt werden: Zu wenig Eisen ist schlecht für die Pflanzen; zugleich dient es als Indikator - stimmen seine Werte, sind auch alle übrigen Nährstoffkonzentrationen optimal.

Von Zeit zu Zeit müssen Stängelpflanzen beschnitten werden: Zum Kürzen werden sie vorsichtig aus dem Bodengrund herausgezogen, der obere Trieb abgetrennt und wieder eingesetzt. Gleichzeitig wird das Aquarium durch diese Pflegemaßnahme entgiftet: Pflanzen lagern Schadstoffe in ihrem Gewebe ein; beim Kürzen werden die alten, belasteten Teile der Stängelpflanzen aus dem Biotop entfernt.

Entscheidend ist neben der regelmäßigen Düngung der CO2-Gehalt im Wasser: Kohlendioxyd ist einer der Hauptnährstoffe von Pflanzen. Steht er nicht in ausreichender Menge zur Verfügung, entziehen sie das notwendige CO2 der Karbonathärte. Dieser Vorgang wird biogene Entkalkung genannt. Zudem verliert das Wasser seinen pH-Puffer. Auch hier helfen einfache Tests, die beispielsweise über einen Farbumschlag exakte Werte ergeben.

Eine optimale CO2-Versorgung garantieren bei kleineren Aquarien Diffusionsreaktoren: Die unauffälligen Kunststoffbehälter werden regelmäßig mit einer Tablette bestückt, die sich im Wasser auflöst und dabei neben CO2 auch Spurenelemente sowie Vitalstoffe frei gibt.

Für größere Aquarien sind elektronisch gesteuerte Anlagen empfehlenswert. Sie haben den Vorteil, dass nur so viel Kohlendioxyd in das Aquarium gegeben wird, wie die Pflanzen verbrauchen. Gleichzeitig wird über einen Sensor der pH-Wert gemessen und gesteuert.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt: Pflanzen brauchen für die Photosynthese ausreichend Licht; je wärmer die Temperatur, desto mehr Licht muss vorhanden sein, aus dem sie ihre Energie gewinnen – und daraus Zuckerstoffe erzeugen, die sie zum Aufbau ihrer Körpersubstanz benötigen. Aber nicht jedes Licht ist geeignet: In der Natur filtern Pflanzen aus dem gesamten Sonnenlicht die für sie brauchbaren Strahlungsanteile heraus. Für das Aquarium gibt es spezielle Leuchten: Ein rot-blaues Farblicht, das die Photosynthese und damit einen gesunden Wuchs fördert. Hochwertige Leuchtstoffröhren geben kein UV-Licht ab – und schützen somit vor Algenwachstum!

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