Ratgeber Aquarium: Technik
Technik vom Filter bis zur Heizung
Aquarien brauchen ein funktionierendes Innenleben – dazu gehört auch ein perfektes Zusammenspiel von Technik und Kleinstlebewesen. Unterstützt werden die Bakterien vor allem durch den Filter: Er bietet ihnen die Lebensbedingungen, die sie für optimale Arbeit brauchen! Eine effektive, dem natürlichen Vorbild nachempfundene Filtertechnik funktioniert in drei Phasen: Die erste nutzt die Bakterien im Wasser und Bodengrund; hier werden Kot und Urin der Fische sowie der angesammelte Mulm zu wasserlöslichen Zwischenprodukten verarbeitet.
Stufe zwei: Die biologische Filterung im Innen- oder Außenfilter. Die Abbauprodukte aus Phase eins sowie das von den Fischen über ihre Kiemen abgegebene Ammonium werden im ‚Nitrifikationsprozess’ über Nitrit zu Nitrat umgewandelt. Die Bakterien, die hier aktiv sind, benötigen eine geeignete Siedlungsfläche. Als Filtermedium wird ein hochporöses Material gebraucht – es bietet die größtmögliche Oberfläche. Perfekt sind Sinterglasringen.
Die dritte Filterphase: Die Pflanzen – sie nehmen belastende Stoffe wie Phosphate und Nitrate auf, nutzen sie als Nährstoffe und verhindern damit gleichzeitig unerwünschtes Algenwachstum. Zudem produzieren sie Sauerstoff für Fische und Bakterien.
Unterschieden werden Innen- oder Außenfilter: Leistungsstarke Innenfilter eignen sich für kleinere Becken – oder auch als schnelle Sofortlösung bei Wassertrübungen. Größere bie-ten ein maximales Filtervolumen auf kleinstem Raum. Außen am Aquarium befinden sich keine losen Schläuche – und ihre Reinigung ist sehr einfach: Da das Wasser von oben nach unten durch die Filterkammern strömt, kann die Verschmutzung des Vorfiltermaterials bei geöffnetem Deckel durch einen kurzen Blick kontrolliert werden.
Generell gilt: Je größer der Filter, umso mehr Medien können eingesetzt werden. Und der richtige Aufbau des Systems ist entscheidend – das Wasser sollte in Strömungsrichtung von grob nach fein gefiltert werden!
Auch die optimale Pumpen- und Filterleistung spielen eine wesentliche Rolle: Ist die Durchflussrate des Wassers zu hoch, können biologische Schadstoffe nicht vollständig ab-gebaut werden. Ist die Bewegung zu langsam, kommt es zu Sauerstoffmangel und die Filterbakterien sterben ab. Bei hochwertigen Außenfiltern kann der Wasserfluss durch professionelle Schlauanschlüsse präzise reguliert werden.
Die Reinigung des Filters gehört zu den regelmäßigen Pflegeaufgaben: Wenn sich der Wasserdurchfluss reduziert, muss er gesäubert werden. Die biologischen Filtermedien wer-den ausschließlich mit Aquarienwasser ausgewaschen – die empfindlichen Bakterien sterben in Leitungswasser ab. Das Vorfiltermaterial, das grobe Schmutzpartikel wie Mulm oder Futterreste zurückhält, lässt sich unter fließendem Wasser gründlich ausspülen.
Zur weiteren, technischen Grundausstattung eines Aquariums gehören eine regelbare Heizung, ein Thermometer sowie die geeignete Beleuchtung. Bei den Leuchtstoffröhren unbedingt darauf achten, dass sie kein Algen förderndes UV-Licht abgeben.
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