Ratgeber Aquarium: Einrichten

Einrichtung eines Aquariums

Einrichtung und Gestaltung einer Unterwasserwelt – leichter als gedacht. Vorausgesetzt das Konzept stimmt: Biotop-Aquarien bieten durchdachte Lösung: Aquariengröße, Ausstattung, Fisch- und Pflanzenbesatz passen optimal zueinander.



Ein häufiger Fehler, den gerade Einsteiger begehen: Sie kombinieren Fische aus unterschiedlichen Lebensräumen miteinander, was die Pflege des Aquariums sehr schwierig und aufwendig macht. Ganz anders ist das bei den Biotop-Aquarien: Das gesamte technische Zubehör ist aufeinander abgestimmt und funktioniert daher einwandfrei. Für die einzelnen Aquarien-Welten gibt es übersichtliche Anleitung: ‚Damit ist sichergestellt, dass die Fische zueinander passen, tatsächlich ihren natürlichen Lebensraum vorfinden – sich absolut wohl fühlen und von ihrer besten Seite zeigen’, so Josef Ravnak von sera.

Die Experten aus Heinsberg haben bislang drei Vorschläge für Biotop-Aquarien entwickelt: Im Asien-Biotop leben Zierfische wie Labyrinthfische, die langsam fließende, sauerstoffarme Gewässer bevorzugen. Das Mittelamerika-Aquarium begeistert durch seine farbenfrohen Bewohner – lebendgebärende Fischarten wie Schwertträger oder Platies zählen dazu. Ein ganz besonderes Highlight: Das Südamerika-Biotop. Der Amazonas dient hier als Vorbild – die Fische aus dem wasserreichsten Fluss-System der Erde bestechen durch ihre Formenvielfalt; in das Aquarium gehören zudem viele Wurzeln und Steine sowie üppige Pflanzen.

Allgemeine Voraussetzungen für die Einrichtung:

· Niemals mit einem zu kleinen Becken starten – es sollte mindesten eine Länge von 80 Zentimetern haben.

· Nicht alle Fischarten lassen sich kombinieren – Herkunft, Haltungs- und Pflegeansprüche müssen berücksichtigt werden.

· Das Becken braucht einen stabilen Untergrund – ideal ist ein Schrank, in den auch die Technik integriert wird. Unter das Aquarium gehört eine Sicherheitsunterlage, die Spannungen im Glas verhindert.

Fünf Grundregeln:

· Schritt 1: Der Unterbodengrund unterstützt die Pflanzen in der Anwachsphase, sorgt für schnelle Wurzelbildung. Über die zwei Zentimeter dicke Schicht wird gewaschener Kies geschüttet; er muss feinkörnig (2 – 4 mm) sein, ohne scharfe Kanten. Dann das Aquarium zu zwei Dritteln mit warmem Wasser – 25 Grad – füllen.

· Schritt 2: Wurzeln und Steine bieten Fischen perfekte Versteckmöglichkeiten. Das Dekorations-Material muss zuerst unter heißem Wasser gereinigt werden, um Schadstoffe zu entfernen. Wurzeln der Pflanzen mit einer Schere auf drei Zentimeter kürzen. Ein Tipp: Bei der Pflanzenwahl schnell wachsende Arten bevorzugen; sie filtern vom ersten Tag an belastende Stoffe wie Nitrat und Phosphat aus dem Wasser und verhindern so das Wachstum von unerwünschten Algen.

· Schritt 3: Leitungswasser ist mit Chlor, Salzen und anderen Schadstoffen belastet. Wasseraufbereiter binden diese Stoffe oder neutralisieren ihre Wirkung. Gleichzeitig stabilisieren sie die Schleimhaut der Fische. Eine Stunde nach der Zugabe muss eine biologische Wasseraufbereitung stattfinden: Reinigende und Fischausscheidungen sowie Mulm abbauende Bakterien schaffen schnell eine natürliche Mikroflora. Wird das Wasser so vorbehandelt, können 24 Stunden nach der Einrichtung die ersten Fische eingesetzt werden!

· Schritt 4: Regelheizung und Thermometer befestigen - bei 25 Grad fühlen sich die meisten Zierfische wohl! Beim Filter gibt es zwei Versionen: Außenfilter sind leichter zu reinigen und für größere Aquarien wegen ihrer Kapazität optimal. Innenfilter eignen sich für Aquarienfreunde mit kleinen Kindern oder Haustieren, lose Kabel und Schläuche bilden hier keine Unfallgefahr.

Wichtig sind die Materialien, mit denen der Filter bestückt wird: Unterschieden wird zwischen der mechanischen und biologischen Wasserreinigung. Die erste Stufe hält größere, festere Schmutzpartikel zurück, in der zweiten werden Mikroorganismen aktiv; sie sorgen für einen biologischen Abbau von Schadstoffen.

· Schritt 5: 24 Stunden nach Zugabe des biologischen Wasseraufbereiters können die ersten Tiere eingesetzt werden. Sie müssen langsam an ihre veränderte Umgebung gewöhnt werden.
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