Zoo News: Vaterschaftstest bringt keine eindeutige Entscheidung
"Ito", der gut sechs Monate alte Orang-Utan, turnt und hangelt mit Begeisterung durch die Kletterbäume der ZoORANGerie im Allwetterzoo. Wer ihn erzeugt hat, ist für ihn keine Frage. Wichtig ist dem Kleinen allein, dass Mutter "Temmy" stets in der Nähe ist und ihn bei Bedarf an der mütterlichen Brust trinken lässt. Für die Zoologen in Münster sollte die Klärung der Vaterschaft allerdings Grundlage einer bedeutungsvollen Entscheidung sein.
Der Allwetterzoo hatte 2004 zwei inzwischen neunjährige Orang-Utans aus dem Zoo Aalborg in Dänemark übernommen. Trennen wollte man die Beiden erst im geschlechtsfähigen Alter, bevor es zu Auseinandersetzungen um den Rang in der Gruppe kommt. "Nur der, der sich fortpflanzt, sollte in Münster bleiben", sagt Kurator Dr. Dirk Wewers. Also nahm man Kot- und Urinproben von Sohn "Ito" sowie den potentiellen Vätern "Pongo" und "Demo". Sicherheitshalber wurde auch von dem als impotent geltenden 35jährigen "Jonny" eine Urinprobe genommen. Sämtliche Proben wurden zur Untersuchung in das Deutsche Primatenzentrum in Göttingen geschickt.Jetzt wird es allerdings verzwickt: Im Februar hatte ein zweites Orang-Utan-Weibchen im Allwetterzoo eine Totgeburt. Von diesem Jungtier wurden Gewebeproben für den Vaterschaftstest untersucht. Das Ergebnis: Im Allwetterzoo leben zwei Väter! "Pongo" ist für "Ito" verantwortlich. "Demo" ist der Erzeuger des toten Babys. "Jonny" schied als Vater aus. "Wer jetzt von den beiden jungen Männern in Münster bleiben darf, ist noch offen", sagt Dr. Wewers, "wir hatten auf die Klärung der Vaterschaftsfrage als Entscheidungshilfe gesetzt, aber nun müssen wir andere Kriterien heranziehen". -Allwetterzoo Münster/ Red.
(Bild: Allwetterzoo Münster)












