Zoo News: Freude in Heidelberg über Meerkatzen-Babys
Nachzuchterfolg bei den seltenen Roloway-Meerkatzen
Zoo Heidelberg Die hochbedrohten Roloway-Meerkatzen (Cercopithecus diana roloway) aus dem Ursprungsgebiet Westafrika haben Nachwuchs. Tapsig und noch etwas unbeholfen klettern die beiden Jungtiere auf den Baumstämmen herum und erkunden ihre Umgebung, immer unter den wachsamen Augen der Mütter, die im Ernstfall das Jungtier blitzschnell wieder an den Bauch ziehen. Am 06.04. und am 04.05.2006 kamen Jungtiere der hochbedrohten Roloway-Meerkatze zur Welt. Der Zoo Heidelberg hält zwei Gruppen der seltenen Primatenart, die in einem Gehege im Gebäude der Zooschule sowie im Menschenaffenhaus zu sehen sind und zeigt sich hocherfreut über den Zuchterfolg: „Der Zoo Heidelberg ist Deutschlands einziger Zoo mit Zuchterfolgen bei den Roloway-Meerkatzen“ ,erklärt Imke Figura, Wissenschaftliche Assistentin des Zoos. Neben Heidelberg hält nur noch der Zoo München in Deutschland diese Affenart. Schon im Vorjahr sind zwei Roloway-Meerkatzen am Neckar geboren. Vier Jungtiere in weniger als zwei Jahren stellen – bei einem Bestand von unter vierzig Tieren in allen Zoos der Welt – einen ernormen Beitrag zur Erhaltungszucht dieser Art dar.
Mit ihrem langen, weißen Spitzbart und den gelb gefärbten Innenschenkeln gehöre
n die Roloway-Meerkatzen zu den elegantesten und schönsten Affen überhaupt. Ihr Ursprungsgebiet ist lediglich ein Regenwaldgebiet in Westafrika, das sich von Ghana bis in die Elfenbeinküste Afrikas erstreckt. Dort ist diese Art jedoch stark vom Aussterben bedroht: vermutlich leben nur noch wenige hundert Tiere in den letzten Regenwaldresten, wo sie gejagt werden, denn das Fleisch gilt als beliebte Delikatesse und die Jungen als schmucke Haustiere. „Nicht nur im Hinblick auf die Erhaltungszucht haben diese Tiere Bedeutung für den Zoo Heidelberg“, so Imke Figura, „da wir im Jahr 2001 ein Projekt zum Schutz der westafrikanischen Affen ins Leben gerufen haben, an dem sich mittlerweile 11 Europäische Zoos und zwei Naturschutzorganisationen beteiligen, freut uns dieser Erfolg besonders!“ Die Zentrale dieser Naturschutzorganisation, der West African Primate Conservation Action (WAPCA), liegt im Zoo Heidelberg. Von hier aus steht man in ständigem Kontakt zu einer äußerst engagierten Biologin vor Ort in Ghana. Dort sind bereits erste Erfolge für den Erhalt der bedrohten Roloway-Meerkatze zu verzeichnen: Durch die Schulung und bessere Ausrüstung der Wildhüter in den Schutzreservaten ist die illegale Wilderei bereits deutlich zurück gegangen. In Workshops lernt die Dorfbevölkerung in einem Bambus-Workshop, wie man den Regenwald nachhaltig nutzen kann, so dass man von der Jagd unabhängig wird. Ein Waldlehrpfad und eine Aussichtsplattform konnten vor wenigen Wochen eröffnet werden, um das Angebot für Touristen zu verbessern, was wiederum eine alternative Einnahmequelle für die einheimische Bevölkerung darstellt. Im Zoo Accra konnte das erste „Centre for Endangered Primates“ eröffnet werden, das nun eine Auffangstation für beschlagnahmte Tiere darstellt. „Wir hoffen, dass unsere Projekte weiterhin so glücklich laufen und die Nachzucht auch in den folgenden Jahren gelingt“, sagt Imke Figura, „so tragen wir dazu bei, ein wichtiges Stück biologischer Vielfalt zu bewahren.“












