Der Liebling Tier TV Tierarzt-Tipp: Hunde-Senioren
Christa Cornelia Günther – Tierärztin und Ernährungsberaterin InterquellZuerst sind es vielleicht die weißen Haare an der Schnauze, eine gewisse Zurückhaltung dem ‚Erzfeind’ gegenüber oder auch nur die Tatsache, dass der tägliche Spaziergang etwas gemächlicher in Angriff genommen wird: Alles deutliche Anzeichen dafür, dass der vierbeinige Partner älter wird. Eine sensible Phase, in der auch eine angepasste Ernährung immer wichtiger wird!
Der Alterungsprozess des Hundes vollzieht sich nach den gleichen Prinzipien wie beim Menschen:
Die Sinnesorgane werden schwächer
In seiner vertrauten Umgebung kann der Hund auch mit eingeschränkter Sehfähigkeit noch erstaunlich gut zu Recht kommen: Erst, wenn Möbel nicht am gewohnten Platz stehen, hat er Orientierungsschwierigkeiten. Das Gehör lässt ebenfalls mit der Zeit nach. Oft nimmt der alte Hund nur noch Töne bestimmter Lautstärke und Höhe wahr. Ein Tipp: Testen Sie regelmäßig mit typischen Geräuschen wie der Hausklingel, raschelndem Papier, Kommandos oder Pfiffen, ob und wann Ihr Hund reagiert.
Verständnis und RücksichtBedenken Sie, dass Tiere, die nicht mehr gut sehen und / oder hören, sich sehr leicht erschrecken – und dann auch mal zuschnappen. Das ist ein natürlicher Schutzreflex, für den Sie Ihren Hund auf keinen Fall bestrafen sollten. Gehen Sie behutsam mit ihm um – und machen auch die übrigen Familienmitglieder auf die veränderte Situation aufmerksam. Gerade der alte Hund ist auf die Liebe „seiner Menschen“ und ihr Verständnis angewiesen!
Der Körper
Allmählich lassen weitere Körperfunktionen nach – oft unbemerkt:
- - Das Aufstehen nach längeren Ruhephasen wird vorsichtiger, das Tempo beim Spazieren gehen langsamer.
- - Die Erholungsphasen nach Anstrengungen dauern jetzt länger.
- - Das Fell ist oft nicht mehr so seidig und glänzend.
- - Es kommt häufiger zu Erbrechen und Durchfall.
- - Bei unveränderter Fütterung neigt der ältere Hund zu Übergewicht.
Probleme mit dem Bewegungsapparat und Rücken sind typische Alterserscheinungen, die vor allem großwüchsige Rassen sowie Hunde mit kurzen Beinen und langem Rücken (Dackel etc.) betreffen. Diese Vierbeiner sollten möglichst keine Treppen steigen, nicht vom Sofa oder aus dem Auto springen. Auch Stöckchenwerfen oder Toben mit Artgenossen sollten Sie zumindest reduzieren, um eine Überbeanspruchung der Gelenke zu vermeiden.
Futterzusätze mit Bindegewebe stabilisierenden Inhaltsstoffen wie Muschelextrakt (Happy Dog Care-Plus - Arthrofit) können bei diesen Beschwerden eine Linderung bewirken – vorausgesetzt die Veränderungen sind noch nicht zu massiv. Am wichtigsten ist es jedoch, auf das Gewicht des Hundes zu achten – und Übergewicht konsequent abzubauen!
Weitere Erkrankungen, die bei älteren Hunden häufig auftreten: Herzprobleme, Funktionsstörungen von Leber und / oder Niere (Symptome: vermehrtes Erbrechen, häufigeren Durchfall, Haut- und/oder Fellprobleme, Körper- oder Mundgeruch etc.).
NahrungsumstellungHier kann eine angepasste Fütterung helfen: Alle Nahrungsbestandteile, die Leber oder Niere belasten, werden dem Körper nur noch in geringer Menge zugeführt. Geeignete Produkte haben durch einen reduzierten Protein- und moderaten Fettgehalte eine vorbeugende Wirkung – sie zeichnen sich durch ihre besonders leicht verdaulichen, hochwertigen Rohstoffe aus und versorgen den Hund gleichzeitig mit allen erforderlichen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen (beispielsweise Senior-Croq mit wertvollem Muschelextrakt oder Supreme Toscana). Muss der ältere Hund zudem besonders auf seine Figur achten, ist das Leicht-Croq mit nur 5 % Fett ideal! Sind bereits behandlungsbedürftige Erkrankungen aufgetreten, ist es häufig notwendig, spezielle diätetische Alleinfutter (bei Nierenschwäche beispielsweise die Nierendiät SanoCroq N) einzusetzen.
Eine konkrete Altersvorgabe für den besten Zeitpunkt zur Futterumstellen eines Hundes gibt es eigentlich nicht: Je nach Rasse oder Größe altern Vierbeiner unterschiedlich schnell - in der Regel allerdings ab dem 6. (große Rassen) – 8. Lebensjahr (kleinere Rassen). Abhängig ist dieser Prozess nicht zuletzt von der individuellen Kondition – Hunde, die täglich viel Bewegung bekommen, haben auch im Alter noch einen relativ Bedarf an Protein und Fett.
Unser Tipp: Lassen Sie Ihren Hund, wenn er über sechs Jahre alt ist, vorsorglich 1 - 2 x pro Jahr von Ihrem Tierarzt untersuchen. So sind Sie sicher, auf alle Veränderungen frühzeitig reagieren zu können.
(Fotos: Angela Kraft)
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